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Markterhebung unter institutionellen Anlegern: ESG bleibt Standard

22. Juni 2026

Allgemeines

Eine aktuelle Nachhaltigkeitsstudie von Union Investment zeigt, dass ESG-Kriterien bei institutionellen Investoren in Deutschland fest etabliert sind. Für die Untersuchung wurden Anfang 2026 insgesamt 130 institutionelle Anleger mit einem verwalteten Vermögen von rund 1,7 Billionen Euro befragt.

  • 85 % der Investoren berücksichtigen ESG-Kriterien bei ihren Anlageentscheidungen.
  • Nachhaltige Investments machen inzwischen durchschnittlich 65 % der Portfolios aus.
  • 88 % sehen keine Auswirkungen der zunehmenden gesellschaftlichen und politischen Polarisierung auf ihre Anlagestrategie.
  • 87 % können sich nicht vorstellen, aus nachhaltigen Kapitalanlagen auszusteigen.

Gleichzeitig zeigt die Studie eine zunehmende Professionalisierung des Nachhaltigkeitsansatzes. Für die Mehrheit der Investoren steht bei nachhaltigen Anlagen nicht die Wirkung, sondern die wirtschaftliche Attraktivität im Vordergrund: 62 % priorisieren die Rendite, während 38 % den Fokus stärker auf die Nachhaltigkeitswirkung legen.

Besonders kritisch beurteilen die Befragten die regulatorischen Anforderungen. 92 % fordern eine praktikablere ESG-Regulierung, da die bestehenden Vorgaben als komplex und bürokratisch wahrgenommen werden. Die Investoren stellen Nachhaltigkeitsregeln grundsätzlich nicht infrage, wünschen sich jedoch mehr Standardisierung und Praxistauglichkeit.

Ein weiteres Ergebnis: Die Mehrheit der Befragten zweifelt an der Erreichbarkeit der internationalen Klimaziele. 91 % halten die Pariser Klimaziele derzeit für nicht erreichbar. Gründe dafür sehen viele in geopolitischen Spannungen, Fragen der Energieversorgungssicherheit und den hohen Investitionskosten der Transformation.